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Starke Truppe und neue Ideen

Wenn eine Feuerwehr ein Jubiläum feiert, begeht sie dies oft mit einem mehrtägigen Feier in einem großen Zelt, Festumzügen und vielem mehr. In Corona-Zeiten geht das nicht, dennoch ist es der Freiwilligen Feuerwehr Troschenreuth gelungen, in enger Abstimmung mit den Behörden ihr Geburtstagsfest gebührend zu feiern. Und dabei auch Neuland zu beschreiten.  

| Harald Saß

Wenn eine Feuerwehr ein Jubiläum feiert, begeht sie dies oft mit einem mehrtägigen Feier in einem großen Zelt, Festumzügen und vielem mehr. In Corona-Zeiten geht das nicht, dennoch ist es der Freiwilligen Feuerwehr Troschenreuth gelungen, in enger Abstimmung mit den Behörden ihr Geburtstagsfest gebührend zu feiern. Und dabei auch Neuland zu beschreiten.  

Die ältesten bekannten Aufzeichnungen über Feuerlöschtätigkeiten in Troschenreuth stammen aus dem Jahr 1863, wo kleine Löschgeräte beschrieben wurden, die in mehreren Ortschaften eingesetzt wurden. 1871 erfolgte dann die Gründung einer Feuerwehr. Leider sind in den letzten Kriegstagen im Jahr 1945 durch den Artilleriebeschuss der Amerikaner und der damit verbunden Brände und Zerstörung viele Unterlagen und Dokumente verloren gegangen, so der Erste Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Michael Wolf, bei seinem kleinen Rückblick in die Geschichte. 1956 wurde die erste Fahne geweiht, 1963 die erste Tragkraftspritze in Dienst gestellt. Die letzten beiden großen Ergeignisse waren die Anschaffung eines Hilfeleistungslöschfahrzeugs HLF20 im Jahr 2015 und die Gründung einer Kinderfeuerwehr im darauffolgenden Jahr. Mit 74 aktiven Wehrleuten, 206 Mitgliedern im Verein und 25 Kindern und Jugendlichen sieht der Vorsitzende seinen Verein für die Zukunft gut aufgestellt. Zuvor nahmen die Troschenreuther Vereine sowie Paten- und Nachbarfeuerwehren an einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche teil. Pfarrer Josef Hell gab dann auf dem Kirchplatz zwei neuen Einsatzfahrzeugen den kirchlichen Segen. Im Anschluß ging es unter musikalischer Begleitung der Feuerwehrkapelle in einem Festzug zum Feuerwehrgerätehaus, wo der Festkommers abgehalten wurde. Aufgrund der Infektionsschutzvorschriften konnten nur einige Ehrengäste, Abordnungen von Vereinen und anderen Wehren und natürlich die Mitglieder der Troschenreuther Feuerwehr daran teilnehmen.



Hier ging Kommandant Marco Neubauer auf die beiden neuen ATV-Fahrzeuge ein. Ein sogenanntes Quad soll zukünftig zur Erkundung in unwegsamen Gelände sowie Verkehrsabsicherung verwendet werden. Einmalig bei den Feuerwehren in der Region sei ein All-Terrain-Vehicle (ATV) des kanadischen Herstellers Argo. Dieses von acht Rädern angetriebene Fahrzeug kann auf der Straße, im Gelände und sogar auf dem Wasser fahren. Zunehmende Trockenheit und damit steigende Gefahr von Wald- und Flächenbränden sowie Unwettereinsätzen hätten zur Idee geführt, ein Fahrzeug anzuschaffen, dass Personal und Material selbst an schwierigste Einsatzstellen bringen kann. Zur Rettung und Transport von Verletzten kann das ATV auch mit einer Tragenhalterung ausgestattet werden. Entdeckt hatte Neubauer das Fahrzeug im Urlaub bei der Feuerwehr Büsum. Die Anschaffungskosten für beide Fahrzeuge in Höhe von rund 45.000 Euro wurden komplett aus Spendenmitteln finanziert.

Der Erste Bürgermeister der Stadt Pegnitz, Wolfgang Nierhoff, betonte, dass ehrenamtliches Engagement nicht hoch genug geschätzt werden könne und die Feuerwehren ein wichtiges Anliegen der Stadt sei. 150 Jahre Feuerwehr Troschenreuth bedeuten 150 Jahre Sicherheit und gemeinschaftliche Hilfe aus Notlagen. Die Stadt würde zur Verfügung stellen, was notwendig und möglich sei, gleichwohl müsse man über die zukünftige Entwicklung der Feuerwehren nachdenken. Troschenreuth werde hierbei aber sicher eine wichtige Rolle einnehmen.

Kreisbrandinspektor Stefan Steger, der sich bei einer Probefahrt von den Möglichkeiten des neuen ATV überzeugen konnte, bescheinigte den Troschenreuthern eine hervorragende Mannschaftsstärke und eine gesicherte Zukunft. Mit den beiden neuen Einsatzmitteln hätte sich die Wehr selbst das größte Geburtstagsgeschenk gemacht. Die Wehr habe damit einmal mehr Weitblick bewiesen und nicht nur einen Schritt voraus gedacht.



Für 50 Jahre Mitgliedschaft bei der Feuerwehr wurde Ehrenkommandant Franz Buchfelder mit einer Ehrenurkunde geehrt. Da staatliche Ehrenzeichen für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielt Alexander Groher. Leider konnten Hans Maul (70 Jahre Mitgliedschaft) sowie Adolf Hofer und Georg Haberberger (beide 50 Jahre) aus gesundheitlichen Gründen an der Veranstaltung nicht teilnehmen, die Ehrungen werden nachgereicht. Bei Peter Kotzbauer bedankte sich die Feuerwehr Troschenreuth nicht nur für eine großzügige Unterstützung bei der Anschaffung der neuen Fahrzeuge, sondern auch für seinen Einsatz als "Mannschaftskoch" mit einem Geschenkkorb.






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Freiwillige Feuerwehr Troschenreuth e.V.