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Verein

Eindrucksvolle Bilanz der Amtszeit gezogen

Die Freiwillige Feuerwehr Troschenreuth ist eine Wehr, auf die man sich verlassen kann. Das bestätigten sowohl der Pegnitz der Bürgermeister Wolfgang Nierhoff als auch die Feuerwehrführung des Landkreises Bayreuth auf der Jahreshauptversammlung des Vereins. Nach sechs Jahren Amtszeit wurden die beiden Kommandanten der Feuerwehr sowie die Vorstandschaft des Feuerwehrvereins neu gewählt. 

| Harald Saß

Zahlreiche Mitglieder konnte der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Michael Wolf, im Saal des neuen Vereinslokals Zum Roten Ochsen in Troschenreuth begrüßen. Durch elf Neueintritte konnte der Verein die Mitgliederzahl auf 210 Mitglieder steigern. Der Verein habe eine gute Altersstruktur und sei daher auch gut für die Zukunft aufgestellt, zudem verfüge man über eine große Kinder – und Jugendfeuerwehrgruppe sowie eine Feuerwehrkapelle. Das Vereinsjahr 2022 umfasste den Besuch von kirchlichen Veranstaltungen, Festbesuche bei befreundeten Vereinen und Gratulationen bei Hochzeiten und Taufen. Dazu kamen die eigenen Festlichkeiten und Veranstaltungen wie Grillfest mit Böhmischen Abend, Preisschafkopf, Kameradschaftsabend und Weihnachtsfeier sowie der Christbaumverkauf mit Weihnachtsmarkt. Die Erlöse daraus investiert der Feuerwehrverein zusammen mit Zuwendungen von Spendern und Gönnern in die Ausstattung der aktiven Wehr. So wurden im vergangenen Jahr eine Hochdrucklöschanlage, Ausrüstungsgegenstände und ein GPS-Ortungssystem für das All-Terrain-Vehicle Argo im Wert von rund 15.000 Euro beschafft. Über die gesamte Wahlperiode hinweg wurden Anschaffungen und Investitionen in Höhe von 85.000 Euro in Ausrüstung und Ausstattung der Feuerwehr Troschenreuth getätigt. 

Die Feuerwehr, der diese Investitionen zu Gute kamen, besteht laut dem Ersten Kommandanten Marco Neubauer aus 61 aktiven Feuerwehrfrauen und -männern. Mit 13 Feuerwehranwärter unter 18 Jahren verfügt die Feuerwehr über eine starke Jugendgruppe. 27 Feuerwehrleute haben die Qualifikation zum Atemschutzgeräteträger und 15 zum Maschinisten. Florian Deucker und Bastian Deucker wurden per Handschlag als Anwärter durch Bürgermeister Wolfgang Nierhoff in den aktiven Dienst aufgenommen. Mehr als 700 Einsatzstunden verteilten sich auf 9 Brandeinsätze, 35 technische Hilfeleistungen, fünf Sicherheitswachen und eine sonstige Tätigkeit. Besonders sturmbedingte Schäden und Vegetationsbrände aufgrund der langen Trockenheit belasteten die Einsatzkräfte im Frühjahr und Sommer. Die im Vorjahr vom Feuerwehrverein angeschafften geländegängigen Fahrzeuge kamen bei zwei Personensuchen zum Einsatz. Dabei konnten Bereiche befahren und abgesucht werden, die für normale Fahrzeuge nicht zugänglich sind. Wie engagiert die Troschenreuth Feuerwehrleute sind, zeigt sich laut dem Kommandanten auch in der Tatsache, dass das erste Fahrzeug in fast allen Fällen das Gerätehaus in weniger als drei Minuten nach Alarm verlässt. 

Neubauer sprach auch die Vorsorge für einen großflächigen Stromausfall an. Ein mehrstündiger Ausfall im Oktober habe deutlich vor Augen geführt, wie abhängig alles von der Stromversorgung sei. So half die Feuerwehr beispielsweise auf einer Baustelle aus, da ohne Strom das Material in einer Putzmaschine zu verhärten drohte, was einen erheblichen Schaden verursacht hätte. Feuerwehrgerätehäuser dienen laut Katastrophenschutzplanungen als Anlaufstelle für die Bevölkerung und sollten deshalb über eine eigene Notstromversorgung verfügen. Die Stadt Pegnitz führt hierzu Erhebungen durch, ein fachkundiger Feuerwehrmann aus Troschenreuth hat hierzu ausführliche Bedarfsberechnungen für das Troschenreuther Gerätehaus angestellt. Dabei erwies sich die von der Stadtverwaltung angedachte Leistung anzuschaffender Generatoren als nicht ausreichend und muss erhöht werden, forderte der Kommandant.

Markus Speckner-Jorkowitz, David Förster und Manuel Rupprecht haben mit Erfolg den Atemschutzgeräteträgerlehrgang absolviert. Julian Budek und David Förster besuchten zudem die zweiwöchige Ausbildung zum Gruppenführer an einer Feuerwehrschule. Adrian Döres bildete sich zum Verbandsführer fort und wurde vom Kreisbrandrat zum Kreisbrandmeister für Einsatz- und Führung berufen. Nachdem in den letzten Jahren pandemiebedingt nur wenige Übungen stattfinden konnten, kündigte Neubauer für 2023 wieder eine Aus- und Fortbildung nach Ausbildungs- und Übungsplan an. Ebenfalls im Jahr 2023 stehe nun endlich die Sanierung des schadhaften Fußbodens in der Fahrzeughalle an, die schon seit mehreren Jahren beantragt wurde. Dies geschieht in Verbindung mit dem Bau zweier weiterer Fahrzeugstellplätze. Hier werden die Feuerwehrleute mit großer "Muskelhypothek" gefordert sein. In langen Gesprächen mit der Stadt und der Feuerwehrführung wurde von der Troschenreuther Feuerwehr hierzu ein Konzept ausgearbeitet, dem der Stadtrat in einer Sitzung im September dann auch zustimmte. 

Adolf Hofer wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt.
Adolf Hofer wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft im Feuerwehrverein wurde Adolf Hofer geehrt. Martin Dürtler erhielt die Auszeichnung für dreißig Jahre im aktiven Feuerwehrdienst, Sebastian Heies und Adrian Döres sind zehn Jahre dabei. Auch einige engagierte Feuerwehrmänner konnten befördert werden. Adrian Döres wurde zum Brandmeister erhoben und Christoph Maul zum Hauptlöschmeister ernannt. Johannes Heitz, Harald Saß und Marco Bößl sind nun Oberlöschmeister. Julian Budek und David Förster erhielten den Führungsdienstgrad des Löschmeisters ebenso wie Gerätewart Stefan Pleisteiner, dem der Kommandant besonders für seinen gewissenhaften und zuverlässigen Dienst dankte. Im Mannschaftsbereich wurden Manuel Rupprecht, Wilhelm Betzl und Markus Speckner-Jorkowitz zum Oberfeuerwehrmann befördert. 

Verabschiedung Franz Buchfelder
Franz Buchfelder wurde aus der Vorstandschaft verabschiedet.

Bei den Einsätzen wurden in 2022 drei Personen gerettet und mehrere Personen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes erstversorgt und betreut. Eine Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse ist daher regelmäßig notwendig, daher rief der Kommandant zur Teilnahme an den Erste-Hilfe-Kurse von Unser Troschenreuth am 28. Januar bzw. 14. Februar 2023 auf. Auch interessierte Bürgerinnen und Bürger können teilnahmen. Informationen und Anmeldungsmöglichkeiten sind unter www.troschenreuth.de zu finden. 

In der Kinderfeuerwehrgruppe werden 31 Kindern spielerisch und kindgerecht erste Kenntnisse in Erste-Hilfe und im Verhalten in Notfällen beigebracht. Über zwei Neueintritte freute sich die Jugendfeuerwehr. Höhepunkt war für die Jugendlichen im vergangenen Jahr ein sogenannter Berufsfeuerwehrtag. Hier verbrachten die angehenden Feuerwehrleute 24 Stunden im Feuerwehrhaus bzw. absolvierten acht Einsätze unterschiedlicher Größenordnung. Aktuell stehen Übungen und Vorbereitungen auf einen Wissenstest sowie auf die modulare Truppmannausbildung an. 

Die Corona-Zwangspause machte auch der Feuerwehrkapelle zu schaffen. Zwar können mittlerweile wieder kirchliche Veranstaltungen begleitet und Auftritte bei Umzügen und Festen absolviert werden, jedoch habe sich die "Mannschaftstärke" aufgrund von Studium und Familie ziemlich verringert. Tobias Maul rief daher im Namen seiner Mitmusikanten dazu auf, Werbung für das Spielen in der Feuerwehrkapelle Troschenreuth zu machen. 

Das komplette Führungsteam der Freiwilligen Feuerwehr Troschenreuth.

Nach sechs Jahren im Amt wurden die Kommandanten der aktiven Feuerwehr und die Vorstandschaft neu gewählt. Von den aktiven Feuerwehrleuten wurden Marco Neubauer als Erster Kommandant und Christoph Maul als zweiter Kommandant einstimmig im Amt bestätigt. Vereinsvorsitzender bleibt auch Michael Wolf, sein Stellvertreter ist Manuel Rupprecht. Das Amt der ersten Kassiererin übt Jacqueline Betzl weiterhin aus, neuer zweite Kassier ist Johannes Heitz. Protokoll führen zukünftig die neugewählten Schriftführer Tobias Maul und Sophia Diertl. Zu Vertrauensleuten wurden Hermann Maul und Markus Speckner-Jorkowitz gewählt. Kassenprüfer sind weiterhin Sebastian Heieis und Andreas Neubauer. Beisitzer im Vorstand sind Stefan Pleisteiner, Hartwig Ackermann, Rene Zeigermann, Patrick Neukam, Uwe Rupprecht und Roman Ramisch. Kraft Amtes als Gruppenführer sind Marco Bößl, Karolin Buchfelder, Julian Budek, Adrian Döres, Martin Dürtler, Harald Saß und Christian Seyß ebenfalls in der neuen Vorstandschaft vertreten. 

Der Erste Bürgermeister der Stadt Pegnitz, Wolfgang Nierhoff bescheinigte der Troschenreuther Feuerwehr, eine sehr gut aufgestellte und vor allem zukunftsfähige Wehr zu sein. Daher habe der Stadtrat auch eine entsprechende Ausstattung beschlossen. Zudem werde der Schaden im Gerätehaus nun behoben. Als Bürgermeister sei es ihm wichtig nach sachlich und zielführende Entscheidungen zu treffen. Die Stadt könne nicht immer allen Wünschen gerecht werden, aber im Rahmen der Leistungsfähigkeit der Stadt werden alle Feuerwehren im Stadtgebiet gleich behandelt. Neid- oder Konkurrenzdenken sind in der Feuerwehr fehl am Platz, so Nierhoff. 

Als der Stadtrat vor zwei Jahren die Anschaffung von Notstromgeneratoren diskutierte, habe noch niemand die aktuellen Entwicklungen absehen können. Die Stadt habe nun aber eine Planung für sogenannte Blackouts vorangetrieben. Geeignete Feuerwehrgerätehäuser werden dazu aus- und aufgerüstet, so der Bürgermeister. Die Digitale Alarmierung der Einsatzkräfte schreite ebenfalls voran, sobald die Programmierung der Pager und Sirenensteuergeräte, die bereits im Rathaus lagern, durch die taktisch-technische Betriebsstelle des Landkreises bzw. der Integrierten Leitstelle abgeschlossen ist, werden diese ausgegeben. Ein Stadtfeuerwehrtag sei auch in Planung, vermutlich werde dieser am 11. Juni 2023 in Trockau stattfinden. 

Die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Troschenreuth in den letzten sechs Jahren spreche Bände, so Kreisbrandinspektor Stefan Steger von der Feuerwehrführung des Landkreises Bayreuth. Sie sei mittlerweile eine wichtige Stütze im östlichen Stadtgebiet und auch im Landkreis. Er freue sich, dass mit Adrian Döres ein weiterer kompetenter Kreisbrandmeister aus den Reihen der Troschenreuther Feuerwehr gewonnen werden konnte. Steger betonte die enge und zielführende Zusammenarbeit der Stadt Pegnitz mit seinen Feuerwehren und der Landkreisführung. Bei der Ausarbeitung und Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans seien auch kleinere Wehren in einer tragfähigen Gesamtlösung berücksichtigt worden. Insgesamt unterstützt die Stadt ihre 17 Feuerwehren im Stadtgebiet mit allem Notwendigen, betonte der Kreisbrandinspektor. Der neue Lehrgangs- und Ausbildungskatalog des Landkreises könne auf den Internetseiten des Kreisfeuerwehrverbandes aufgerufen werden.

Der Ortsbeauftragte des THW Pegnitz betonte ebenfalls die gute und zielführende Zusammenarbeit aller Organisationen der "Blaulichtfamilie". Diese bereiteten sich auf mögliche Stromausfälle und andere Notfälle vor. Er rief die Feuerwehrleute, aber auch die gesamte Bevölkerung, dazu auf, auch privat vorzusorgen und sich Gedanken zu machen, was für den Notfall zu bevorraten ist. 


    


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